Jusos Spree-Neiße kämpften für Azubis & Freiwilligendienst “Weltwärts”

Jusos fordern gerechtere Ausbildungsvergütung und weiteren Aufbau des entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „Weltwärts“

Am vergangenen Wochenende fand in der Jugendbildungsstätte Blossin die Landesdelegiertenkonferenz der Brandenburger Jusos statt. 90 junge Sozialdemokraten aus den verschiedenen Landkreisen kamen an diesem Wochenende zusammen, um gemeinsam verschiedene Anträge für eine soziale und zukunftsgerichtete Politik zu beraten und zu beschließen.

Die Jusos aus dem Unterbezirk Spree-Neiße brachten dabei ebenfalls zwei Anträge ein. Zum einen fordern die jungen SPD-Mitglieder aus dem Süden Brandenburgs, dass die Ausbildungsvergütung für Azubis in den Ausbildungsringen angehoben wird. “Es darf nicht sein, dass in einem von der SPD geführten Bundesland Stundenlöhne von etwa 1,79 Euro für Auszubildende aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.”, argumentierte der Vorsitzende der Jusos Spree-Neiße Benny Blatz (28). “Da insbesondere Berufe mit hohem Frauenanteil wie Friseure, Floristinnen, sowie Berufe der Gastronomie und Landschaftsgestaltung aus diesen vom Europäischen Sozialfonds bereitgestellten Mitteln mit durchschnittlich nur 215 Euro im 1. Lehrjahr finanziert werden, ist es kaum verwunderlich, dass unsere höher qualifizierte Frauen die Region verlassen.” Die Jusos Brandenburg, die den Antrag mit großer Mehrheit annahmen, unterstützten die Auffassung, dass hier die Landesregierung schnellstens nachbessern muss und für eine gerechtere Vergütung eintreten muss. Die durchschnittliche Ausbildungsvergütung in Ostdeutschland liegt nach einer Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) derzeit bei rund 534 Euro im ersten Lehrjahr. Die Jusos Brandenburg fordern daher eine Anhebung auf mindestens 350,- Euro für die über die Ausbildungsringe beschäftigten Azubis.

Ein weiterer Antrag aus Spree-Neiße beschäftigte sich mit den aktuellen Beschlüssen zum Haushalt der Bundesregierung im Bereich der Entwicklungshilfe. Durch eine Umschichtung im Haushaltsplan kürzte das von Minister Dirk Niebel (FDP) geführte Ressort den Bereich des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes “Weltwärts” um kurzfristig 11 Millionen Euro. Das unter Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) im Jahr 2007 eingeführte Programm ermöglicht es deutschen Jugendlichen jährlich, für ein Jahr in unterschiedliche Länder vor Ort freiwillige Entwicklungshilfe zu leisten. Ursprünglich sollte das Programm sukzessive auf bis zu 10.000 Jugendliche pro Jahr ausgebaut werden. Für das Jahr 2010 stehen nun rund 1.000 der bisher 4.000 Jugendliche im Ungewissen. Diese hatten bereits mit den verschiedenen Entsendeorganisationen ihren Auslandaufenthalt intensiv vorbereitet und wurden von der Kürzung nun kalt überrascht. “Besonders unter dem Gesichtspunkt der offensichtlichen Versorgungsmentalität um den Entwicklungshilfeminster Niebel erstaunt es, dass nun nachhaltige Projekte wie Weltwärts unüberlegt beschnitten und damit engagierte deutsche Jugendliche am weiteren Aufbau der aktiven Entwicklungshilfe gehindert werden. Deshalb muss die Bundestagsfraktion der SPD hier entsprechende Korrekturen einfordern!”, meint Benny Blatz von Jusos Spree-Neiße. Die Brandenburger Jusos schlossen sich dieser Forderung mit einer deutlichen Mehrheit an.

Antrag 1 der Jusos Spree-Neiße | Antrag 2 der Jusos Spree-Neiße

Benny Blatz - Jusos Unterbezirksvorsitzender Spree-Neiße Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2010 Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2010 Jusos Bundesvorsitzende Franziska Drohsel auf der LDK 2010 der Jusos Brandenburg

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